Hinweise für Beschluss- und Informationsanträge in den Akademischen Senaten

AS_FUmittelbauWir ermutigen alle Kolleg*innen mit den Vertreter*innen des Mittelbaus im AS so bald wie möglich Kontakt aufzunehmen und mit ihnen einen Antrag vorzubereiten, der den lokalen Umständen angepasst ist.

Im Folgenden einige Bestandteile und Argumente für Anträge in den Akademischen Senaten.

1- Der Akademische Senat würdigt die Rolle der Lehrbeauftragten, die zu einem vielfältigen und hochwertigen Lehrangebot beitragen und will damit seiner Aufgabe gerecht werden, die Qualität der Lehre zu sichern.

Anmerkung: Es geht darum, dem Einwand entgegen zu wirken, dass der Akademische Senat für das Personal nicht zuständig ist. Er ist aber für die Qualität der Lehre zuständig.

2- Die große Bedeutung von Lehrbeauftragten für die Qualität der Lehre anerkennend, und auf die sich wandelnden Anforderungen in der Lehre reagierend, empfiehlt der Akademische Senat, Lehrbeauftragte stärker zu unterstützen.

Dies könnte folgende Punkte beinhalten:

a. Die Vergütung muss dem

Aufwand, der mit Lehrveranstaltungen tatsächlich einhergeht, angemessen sein, das heißt, sie muss

auch begleitende sowie Folgetätigkeiten berücksichtigen.

b. Die Vergütung soll an die Vergütung nach TV-L hauptamtlicher angestellter bzw. die Beamtenbesoldung verbeamteter Beschäftigter, die vergleichbare Aufgaben erfüllen, angelehnt werden.

c. Prüfungsleistungen und erhöhter Aufwand für Betreuung Studierender sowie für Online-Lehre werden zusätzlich berücksichtigt. Wo zutreffend, gilt dies auch für die Teilnahme an den Organisationsbesprechungen der Arbeitsbereiche.

d. Regelmäßig lehrenden Lehrbeauftragten sollte der Besuch von Fortbildungen durch eine Übernahme entstehender Kosten und ggf. eine Aufwandsentschädigung ermöglicht werden.

e. Das Präsidium / Rektorat muss regelmäßig und transparent über den Einsatz von Lehraufträgen Bericht erstatten.

Begründungen und Argumentationen

Lehrbeauftragte spielen eine wichtige Rolle bei der Ergänzung des Lehrangebots. Dabei hat sich in den letzten Jahren sowohl ihr Einsatz als auch das Lehrumfeld verändert. Waren Lehraufträge ursprünglich allein dafür gedacht, externe Expertise in die Hochschule zu bringen, übernehmen sie mittlerweile in vielen Bereichen Daueraufgaben in der Lehre.

Lehraufträge waren ursprünglich allein für Berufstätige gedacht, die in der Lehre einen stärkeren Bezug zur Praxis ermöglichen sollen. Der Umfang der Lehraufträge deutet aber bereits an, was in der Praxis offensichtlich ist: Ein signifikanter Anteil der Lehrbeauftragten kommt nicht aus sozialversicherten regulären Arbeitsverhältnissen und ist für den Lebensunterhalt auf die Vergütung angewiesen. Insbesondere am Sprachenzentrum leben die Lehrbeauftragten von den regelmäßigen Lehraufträgen verschiedener Hochschulen und sonstiger Einrichtungen.

Unter diesen Umständen ist die Qualität der Lehre nur gesichert, wenn die Vergütung angemessen erhöht wird. Davon unberührt ist der Anspruch, Lehraufträge nicht als Ersatz von Dauer- und Teilzeitstellen zu zweckentfremden.

Lehraufträge werden zurzeit mit pauschalen Beträgen vergütet, mit denen explizit sämtliche Aufwendungen für Vor- und Nachbereitung, für Korrekturen, für die Teilnahme an Besprechungen und die Aufsicht bei Prüfungen abgegolten sind.

Lehrbeauftragte, die ihre Veranstaltungen angemessen vorbereiten und mehrere Hausarbeiten betreuen und bewerten, haben dann schnell einen de facto einstelligen Stundenlohn.

Hier sollen die lokalen Beträge mit einem Verweis auf die Richtlinie des Landes oder der Hochschule eingesetzt werden.

Der emeritierte Politikwissenschaftler der Freien Universität (FU), Prof. Peter Grottian, hat ausgerechnet, dass das tatsächliche Honorar von Lehrbeauftragten nicht einmal dem geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro entspricht, zumindest wenn man den Aufwand für ein Seminar berücksichtigt – von der Literaturrecherche über die Betreuung von Studierenden bis zur Hausarbeitenkorrektur. Grottian kommt auf zwei Euro pro Stunde.

Zu einer angemessenen Wertschätzung der Rolle von Lehrbeauftragten und zur besseren Berücksichtigung ihrer Kompetenzen gehört auch, ihnen die Wahrnehmung ihrer Mitspracherechte (= Teilnahme an den akademischen Wahlen) zu erleichtern.

Rechtsgrundlage: Die Paragraphen des Landes-Hochschulgesetzes über die Lehrbeauftragen und die Landes- bzw. Hochschul-Richtlinien für Lehraufträge sollen erwähnt werden.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Vorbereitung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s